In der Schweiz nimmt der Anteil der bargeldlosen Zahlungen seit Jahren kontinuierlich zu. Das ist bei weitem nicht nur auf die wachsende Bedeutung des eCommerce zurückzuführen, sondern lässt sich auch beobachten, wenn man nur den stationären Handel isoliert betrachtet.
Was für Konsument:innen das Bezahlen einfacher und komfortabler macht, bedeutet für die Handelsunternehmen zusätzliche Kosten: Neben dem Integrationsaufwand für die verschiedenen Zahlungsmittel spielen hier die Transaktionsgebühren für die elektronischen Zahlungen eine wichtige Rolle.
Trotzdem fehlt es gerade in diesem Bereich oft an Durchblick und Wissen, was die Zusammensetzung dieser Kosten und die Möglichkeiten zu deren Optimierung betrifft. Die Händlerbefragung 2024 soll dabei helfen, mehr Transparenz, Wissen und Bewusstsein rund um die Transaktionsgebühren für elektronische Zahlungen zu schaffen.
Die Ziele der Händlerbefragung 2024:
Mehr Transparenz, mehr Wissen, mehr Bewusstsein
Dank des EHI Retail Institute gibt es für den deutschen Markt wiederkehrende Studien, die mehr Transparenz und Know-how in die Strukturen und Kosten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs auf dem deutschen Markt gebracht haben. Für die Schweiz fehlte eine solche Händlerbefragung bis 2021 komplett.
Gemeinsam mit der Universität St. Gallen (HSG) und der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaft (ZHAW) hat es sich treibauf zur Aufgabe gemacht, mit der Händlerbefragung zum bargeldlosen Zahlungsverkehr diese Lücke für die Schweiz zu schliessen.
Nach den Händlerbefragungen 2021 und 2022 handelt es sich bei der Händlerbefragung 2024 bereits um die dritte Studie zu diesem Thema. Die Ziele lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Mehr Transparenz bzgl. Höhe, Strukturen und Varianz der Transaktionsgebühren schaffen
- Mehr Bewusstsein schaffen, wie Unternehmen Einfluss auf die Höhe der Gebühren nehmen können
- Die aktuellen Herausforderungen aufzeigen, denen sich die Unternehmen rund um elektronische Zahlungen gegenübersehen
Studiendesign, Vorgehen und Zusammensetzung
Zwischen März und Juni 2024 haben an dieser Händlerbefragung 87 Unternehmen in der Schweiz teilgenommen. Ein Grossteil der befragten Unternehmen zählt zum Detailhandel (in Deutschland auch als Einzelhandel bezeichnet), in dem die Transaktionsgebühren aufgrund der Vielzahl der Transaktionen eine grosse Rolle spielen. Auch Unternehmen aus Gastronomie und Hotellerie waren in der Stichprobe zahlreich vertreten.
92% der befragten Unternehmen gelten als KMU (<250 Beschäftigte). Verglichen mit der gesamten Verteilung in der Schweiz sind grosse Unternehmen damit in der Händlerbefragung trotzdem leicht überrepräsentiert.
Den grössten Anteil der teilnehmenden Unternehmen machen allerdings Mikrounternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitenden aus, was wiederum der Schweizer Unternehmenslandschaft entspricht.
Was wurde untersucht?
Neben den Transaktionsgebühren selbst gibt die Händlerbefragung 2024 auch Einblicke in die Verteilung der verwendeten Zahlungsmittel in der Schweiz und untersucht die jeweilige Bedeutung der verschiedenen Zahlungsdienstleister bzw. Acquirer aus Sicht des Schweizer Handels:
Was waren die wichtigsten Erkenntnisse?
Während sich die Händlerbefragungen 2021 und 2022 in ihren wichtigsten Erkenntnissen noch auf die Bedeutung der wichtigsten Acquirer und die Verteilung und Häufigkeit unterschiedlicher Preismodelle im Rahmen der Transaktionsgebühren beschränkte, bietet die neue Händlerbefragung 2024 zum ersten Mal auch konkrete Einblicke, wie sich die Höhe der Gebühren innerhalb der unterschiedlichen Preismodelle unterscheidet – und welchen Einfluss die Umsatzhöhe auf die Höhe der Transaktionsgebühren hat.
Die wichtigsten Zahlungsmittel in der Schweiz
Bevor wir über die Bedeutung der unterschiedlichen Zahlungsmittel in der Schweiz sprechen, müssen wir an dieser Stelle zwischen dem stationären Handel und dem Online-Handel differenzieren, da sich die Verbreitung der Zahlungsmittel jeweils stark unterscheidet.