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Die treibauf Wissenswerte
Als EFT-Experten berichten wir hier nicht nur über aktuelle Projekte. Wir teilen auch gerne unser Wissen rund um die Welt der bargeldlosen Zahlungen.
17. Juli 2025

Als Pulsmesser und Trendbarometer der Payment-Branche hat der EHI Payment Kongress 2025 erneut gezeigt, wie sich die Zahlungsmittel, die Technologien und ihre Verwendung ständig weiter wandeln. Von der zunehmenden Bedeutung internationaler Debitkarten über die neue Rolle der Händler im Kontext von Bargeldabhebungen, der wachsenden Bedeutung von Mobile Payments bis hin zu regulatorischen Umbrüchen und dem grossen Thema “barrierefreie POS-Terminals”:
Wir haben für Sie die aus unserer Sicht spannendsten Payment-Trends und Entwicklungen des Jahres 2024 zusammengefasst – kompakt, grafisch aufbereitet und praxisnah interpretiert.
Betrachtet man die Zahlungsmittel übergreifend, setzt sich der Trend fort, dass immer mehr mit Karte und immer weniger bar bezahlt wird. Der Gesamtumsatz der Kartenzahlungen in Deutschland stieg auf 314,1 Mrd. Euro – und wuchs damit im Vergleich zu 2023 um weitere 1,7 % auf 63,5 %.


Betrachtet man die unterschiedlichen Kartenarten, war die internationale Debitkarte auch 2024 der grösste Gewinner im Payment-Mix. Machten 2023 in Deutschland die Zahlungen mit internationalen Debitkarten noch 4.1% des Umsatzes aus, waren es 2024 bereits 6,9% – also ein Zuwachs von 2,8 Prozentpunkten innerhalb eines Jahres. Das könnte teilweise auch mit der zunehmenden Beliebtheit von Mobile-Payments zu tun haben: Denn die internationalen Debitkarten können (wie Kreditkarten) problemlos als Zahlungsmittel bei Apple Pay und Google Pay hinterlegt werden.
Damit setzt sich ein Trend fort, den viele Händler mit gemischten Gefühlen beobachten. Denn internationale Debitkarten bedeuten für sie z.B. im Vergleich zur girocard auch höhere Gebühren. Zudem drohen langfristig Abhängigkeiten von globalen Playern, was die Kosten- und Systemkontrolle im Handel erschwert.
Der Zuwachs der internationalen Debitkarten ändert jedoch (noch) nichts daran, dass die beliebte girocard auch 2024 das wichtigste Zahlungsmittel im stationären Einzelhandel in Deutschland bleibt.
Im Vergleich zum Vorjahr verlor die girocard jedoch leicht an Boden: Ihr Umsatzanteil im Payment-Mix sank von 42,4 % (2023) auf 41,5 % (2024). Dieser Rückgang könnte auch damit zu tun haben, dass einige Direktbanken Ihren Kunden die girocard-Funktion gar nicht mehr – oder nur gegen Aufpreis – anbieten.
Klassische Kreditkarten gaben ebenfalls minimal nach (von 8,6 % auf 8,3 %).


Obwohl am POS weniger mit Bargeld gezahlt wird, werden die sogenannten Cashback-Services von Kundinnen und Kunden in Deutschland immer mehr genutzt: Im Jahr 2024 wurden 13,57 Mrd. € an Bargeld über girocard-Transaktionen ausgezahlt. Das entspricht einem Wachstum von +10,2 % (!) gegenüber dem Vorjahr.

Das hat definitiv auch damit zu tun, dass die Banken nicht nur Filialen schliessen, sondern auch die Anzahl der Bankautomaten für das Abheben von Bargeld immer weiter sinkt. Vor diesem Hintergrund greifen die Konsumentinnen und Konsumenten auf die Cashback-Angebote im Einzelhandel zurück.
Das Problem? Bislang muss der Handel für diesen zusätzlichen Service sogar Gebühren zahlen. Im Jahr 2024 beliefen sich diese Gebühren in Deutschland auf fast 19 Mrd. Euro (!). Im Durchschnitt zahlen die Händler 0,14 % Gebühren pro Auszahlung. Kein Wunder, dass viele Händler die Entwicklung kritisch sehen: Sie übernehmen ohne adäquate Gegenleistung die Funktion als “Bargeldversorger” – und müssen für diesen Service sogar noch selbst zahlen.

Ein neues Verfahren bringt jetzt für die Händler einen Hoffnungsschimmer: Über den sogenannten “Bargeld-Code”, der am POS gescannt wird, kann man sich jetzt Geld nicht nur auszahlen lassen, sondern sogar selbst Bargeld auf sein Konto einzahlen.
Im Vergleich zum klassischen Cashback-Verfahren muss der Händler dabei keine Gebühren zahlen, sondern erhält erstmals eine Provision für diesen Service. Ist der “Bargeld-Code” als neue Funktion ein erster Schritt hin zu einer fairen Vergütung für die Bargeld-Services im Handel? Die Zukunft wird es zeigen.
Mit dem Smartphone oder Smartwatch statt mit der Plastikkarte bezahlen: Mobile Payments sind weiter auf dem Vormarsch. Immer mehr Kundinnen und Kunden verwenden digitale Wallets wie Apple Pay oder Google Pay, um kontaktlos mit ihrem Handy oder ihrer Smartwatch zu zahlen.
2024 stieg der Anteil von Mobile Payments in Deutschland auf 5,7% aller Transaktionen – und hat sich damit innerhalb von fünf Jahren verdoppelt! Betrachtet man nur die bargeldlosen Bezahlprozesse, machen Mobile Payments bereits 12,85 % aus.
Vor allem im urbanen Raum und bei jüngeren Menschen ist diese Bezahlart inzwischen weit verbreitet. Beides könnte darauf hindeuten, dass der Anteil in Zukunft noch deutlich steigen könnte.

Auch PayPal versucht, sich über das Online-Segment hinaus via Mobile Payment im stationären Handel zu etablieren. Durch die Öffnung der NFC-Schnittstelle auf iPhones im Mai 2025 ist es jetzt möglich, über die sogenannte PayPal Wallet direkt per Doppeltipp auf dem Sperrbildschirm zu zahlen. Genau wie bei Apple Pay oder Google Pay erfolgt der Bezahlvorgang dann kontaktlos per NFC und Face ID – ohne dass man die App erst öffnen muss.
Laut Payment & Banking konnte PayPal bereits mehrere Pilotprojekte erfolgreich umsetzen. Zudem plant PayPal flankierend ein eigenes Cashback-Programm, das automatisch an stationäre Zahlungen geknüpft ist. Hier geht es aber nicht um das Abheben von Bargeld an der Kasse, sondern – wie bei Payback – um das Sammeln von Punkten, die dann wiederum eingelöst werden können.
Aktuell ist dieses Feature aber noch nicht flächendeckend verfügbar. Es zeigt jedoch bereits den Anspruch von PayPal, in Zukunft auch im stationären Handel eine wichtige Rolle spielen zu wollen.
Die Reaktionen auf die PayPal-Initiative sind gemischt: Kritisch angemerkt wird, dass man, über den Bezahlvorgang am POS hinaus keine anderen Tickets etc. in der “Wallet” hinterlegen kann – und das Angebot sich auch darüber hinaus nicht von den bereits etablierten Wallets unterscheidet. Es bleibt also spannend, ob PayPal über seine Funktion im E-Commerce hinaus auch im stationären Handel Fuss fassen kann.
Egal, welche Wallets sich am Ende durchsetzen werden: Mobile Payments werden sich weiter etablieren – und Ihre POS-Terminals müssen diese Zahlungsmöglichkeit in Zukunft unterstützen können. Apropos Unterstützung: Wenn Sie selbst Unterstützung bei der effizienten und professionellen Integration neuer Terminals brauchen, sind wir immer für Sie da.
Neben den Mobile Payments via Wallet kommt eine weitere Payment-Technologie, die auch die Bezahlprozesse und -gewohnheiten am POS und im E-Commerce verändern könnte.
Instant Payments – also Echtzeitüberweisungen – ermöglichen die sofortige Gutschrift eines Geldbetrags auf das Konto des Empfängers, in der Regel innerhalb von zehn Sekunden! Im Gegensatz zu Kartenzahlungen oder Wallet-Transaktionen werden sie direkt von Konto zu Konto (Account-to-Account, A2A) abgewickelt, ganz ohne Umweg über internationale Kreditkartensysteme oder Token-Lösungen.
Ein wichtiger Entwicklungsbeschleuniger dieser neuen Technologie: Ab Oktober 2025 sind alle europäische Banken gesetzlich verpflichtet, diese Zahlungen aktiv anzubieten.
Im Gegensatz zu Wallet-Angeboten, bei denen Zahlungen häufig über Kreditkartennetzwerke abgewickelt werden und der eigentliche Zahlungsfluss nicht in Echtzeit erfolgt, versprechen Instant Payments vollständige Transparenz, unmittelbare Ausführung und deutlich geringere Kosten für Händler.
Mit WERO gibt es nun auch eine europäische Marke, die diese Technologie kanalübergreifend etablieren will – also nicht nur für P2P-Zahlungen, sondern auch für den stationären Handel und den E-Commerce. Der Status Ende Mai 2025:
Das klingt zunächst toll. Doch der Handel ist aktuell noch skeptisch, was die Etablierung und Akzeptanz von WERO angeht. Viele erinnern sich an das Paydirekt-Projekt, das sich nicht durchsetzen konnte. Aktuell erwartet nur eine Minderheit der Befragten, dass WERO den Markt beherrschen wird.
Nichtsdestotrotz: Instant Payments werden kommen – und Wero könnte eine tragende Rolle spielen, wenn Banken und Handel gemeinsam am Erfolg arbeiten.
Das “Barrierefreiheitsstärkungsgesetz” in Deutschland soll zu mehr Inklusion und Teilhabe beitragen. In diesem Zusammenhang müssen ab Juni 2025 alle neuen Terminals besondere Anforderungen für Menschen mit Einschränkungen erfüllen. Dazu zählen:
Das neue Gesetz hat nicht nur Auswirkungen auf die POS-Terminal-Hersteller: Im Sinne der Inklusion müssen auch Handelsunternehmen ihre Terminal-Landschaft barrierefrei gestalten.
Ein guter Anlass, um auch nochmal über einen Wechsel zu Acquirern mit besseren Konditionen nachzudenken. Um auf eine Erneuerung der Terminal-Landschaft oder den Wechsel der Acquirer in Zukunft besser vorbereitet zu sein, können wir unsere Pepper-Lösungen für eine schnellere, effizientere und einfachere Integration empfehlen.

Dominique ist CEO der treibauf AG und Expertin für alle strategischen Herausforderungen, die den EFT-Markt betreffen. Dabei hilft ihr auch die langjährige Erfahrung als Analystin und Strategin. Hier berichtet sie regelmässig über die wichtigsten Trends und Entwicklungen der Branche.

11. November 2025 – Noch ist das Nexo Protocol nicht weit verbreitet. Doch es hat das Potenzial in Zukunft zu einem der wichtigsten Protokolle zu werden. Die Gründe dafür und die Einschränkungen erfahren Sie in diesem Artikel. Weiterlesen

15. September 2025 – 2024 entschied das Schweizer Einzelhandelsunternehmen SPAR Handels AG, seinen Kunden neben den üblichen Zahlungsmitteln auch die Möglichkeit bieten zu wollen, mit Kryptowährungen am POS zu bezahlen. Weiterlesen

22. Juli 2025 – Im Detail- bzw. Einzelhandel erfordern neue Zahlungstechnologien oder zusätzlich geforderte Funktionen (Stichwort „barrierefreie Terminals“) regelmässig den Austausch und die Erneuerung der POS-Terminal-Landschaft – über alle Filialen hinweg. Im Falle vieler Filialen oder unterschiedlicher Kassensysteme kann die Integration dieser neuen Terminal-Modelle schnell zu einem grösseren IT-Projekt werden, das häufig im ... Weiterlesen