Im Detail- bzw. Einzelhandel erfordern neue Zahlungstechnologien oder zusätzlich geforderte Funktionen (Stichwort „barrierefreie Terminals“) regelmässig den Austausch und die Erneuerung der POS-Terminal-Landschaft – über alle Filialen hinweg. Im Falle vieler Filialen oder unterschiedlicher Kassensysteme kann die Integration dieser neuen Terminal-Modelle schnell zu einem grösseren IT-Projekt werden, das häufig im Rahmen einer Ausschreibung an einen externen Partner vergeben wird.
Dabei stehen IT-Verantwortliche im Einzelhandel immer wieder vor einer wichtigen strategischen Frage: Soll die Integration der neuen Terminal-Modelle direkt in der Kassensoftware erfolgen oder ist eine POS-Middleware als „Adapter“ vielleicht die bessere Lösung? Und natürlich: Was gibt es bei der Auswahl des optimalen Projektpartners im Rahmen einer Ausschreibung besonders zu beachten?
POS Middleware oder Direktintegration? Worauf Sie bei der Ausschreibung achten sollten.
Auf einen Blick: Wann welche Lösung für die POS-Integration?
- Mehr als zwei Filialen
- Heterogene Terminal-Landschaft
- Langfristige Flexibilität gewünscht
→ Empfehlung: POS Middleware
- Eine bis zwei Filialen
- Einheitliche Terminal-Landschaft
- Keinerlei Veränderungen in Zukunft
→ Empfehlung: Direktintegration
Die Ziele Ihres Integrationsprojekts
Die Ziele des Projekts sind klar: Der unbare Zahlungsverkehr soll stabil, sicher, wartbar und zukunftssicher laufen. Ausserdem sollen die neuen POS-Terminals möglichst schnell produktiv sein und Umsatz generieren. Die Time-to-Market muss also möglichst kurz sein.
Als strategisches Sahnehäubchen könnte zusätzlich gewünscht sein, bei der Erneuerung der eigenen Terminal-Landschaft in Zukunft flexibel zu bleiben. Damit kann man nämlich dann nicht nur neue Funktionen schneller anbieten, sondern wenn nötig auch jederzeit die Acquirer bzw. Payment Service Provider wechseln – und damit einen Lock-In-Effekt vermeiden.
Die zentrale Frage ist, ob eine Direktintegration oder eine Payment Middleware die eigenen Ziele besser erreicht.
Direktintegration: Direkt bedeutet eng verzahnt.
Bei einer Direktintegration wird die Anbindung der POS-Terminals direkt im Code der Kassensoftware umgesetzt. Das erfolgt in vielen Fällen durch den Anbieter der Kassensoftware. Was zunächst nach einer schlanken Lösung klingt, birgt auch eine Reihe von Herausforderungen:
Geringe Flexibilität
In der Regel wird nur ein einziges neues Kommunikationsprotokoll in die Kassen-Software integriert. Ändert sich dieses Kommunikationsprotokoll in Zukunft (z.B. wenn der Acquirer – und damit das entsprechende Terminal-Modell – gewechselt werden soll), entsteht wieder neuer Aufwand für die erneute Integration dieses Protokolls.
Technischer Lock-in
Änderungen am Setup (z. B. die Anbindung neuer Terminal-Modelle) erfordern wieder neue Anpassungen direkt in der Kassensoftware – und damit Abhängigkeit vom Software-Anbieter.
Time-to-Market oft länger
Durch den Entwicklungsaufwand, der bei der Direktintegration entsteht, dauert es oft länger, bis neue Terminal-Modelle am POS verwendet werden können.
Skalierung aufwendig
Besonders, wenn in mehreren Märkten unterschiedliche Terminaltypen genutzt werden (z.B. im internationalen Kontext), kann das Ausrollen der neuen Terminal-Landschaft aufwändig werden. Dann müssen nämlich auf unterschiedlichen Kassen-Systemen jeweils unterschiedliche Protokolle integriert werden.
Hoher Wartungsaufwand
Ähnliches gilt für die Wartung der Kommunikationsprotokolle. Jedes Update bedeutet hier Aufwand: Es muss sichergestellt werden, dass die Kassen-Software inklusive der neuesten Version des Kommunikationsprotokolls bei allen Kassen immer auf dem neuesten Stand ist.
Kurz gesagt
Eine Direktintegration macht nur dann Sinn, wenn das generelle Setup überschaubar ist – und in Zukunft keine grossen Anpassungen mehr zu erwarten sind. Zum Beispiel, wenn nur sehr wenige Filialen betroffen sind – und man in Zukunft nicht von Änderungen der Kommunikationsprotokolle bzw. Terminal-Modelle ausgeht.
POS Middleware: Flexibilität bedeutet Zukunftssicherheit
Eine POS Middleware, auch Payment Gateway Middleware genannt, dient – bildlich gesprochen – als Adapter zwischen der Kassensoftware und den EFT/POS-Terminals. Sie beherrscht meist viele unterschiedliche Protokolle gleichzeitig. Wird sie dann noch über eine REST-API eingebunden, sorgt sie zudem für eine zentrale Anbindung mit einer Reihe weiterer Vorteile.
Hohe Flexibilität
Da sie als eine Art universeller Adapter fungiert, können neue Terminal-Modelle bzw. Provider jederzeit schnell und einfach ins eigene POS-Setup integriert werden.
Reduzierter technischer Lock-in
Die hohe Flexibilität der POS Middleware sorgt für eine geringere Abhängigkeit von den Anbietern der Kassen-Software.
Schnellere Time-to-Market
Da nach der initialen Integration der Middleware kein Entwicklungsaufwand mehr bei der Integration neuer POS-Terminals entsteht, lassen sich neue Geräte bzw. Acquirer schneller anbinden. Wird die POS Middleware darüber hinaus sogar über eine REST-API eingebunden, kann das die Time-to-Market noch weiter verkürzen.
Geringerer Wartungsaufwand
Neue POS Middleware Lösungen arbeiten oft mit einer Rest-API. Dabei werden alle unterstützten Schnittstellen zentral vom Anbieter der Middleware gepflegt. Das entlastet dauerhaft Ihr IT-Team.
Leichtere Skalierbarkeit
Egal ob Mittelstand oder internationaler Retailer mit hunderten Filialen. Eine POS Middleware ermöglicht, dass Ihre Terminal-Landschaft schnell mitwächst. Die Einbindung der Payment Gateway Middleware via REST-API beschleunigt zusätzlich das Deployment.
Kurz gesagt
Gerade für grössere Handelsunternehmen mit einer Reihe von Filialen in unterschiedlichen Ländern, die langfristig flexibel bleiben wollen, ist die POS Middleware meist die strategisch sinnvollere Wahl.
Egal ob POS Middleware oder Direktintegration: Was Sie bei der Auswahl des richtigen Integrationspartners beachten sollten.
Egal ob man sich für eine Payment Middleware oder eine Direktintegration in die Kassen-Software entscheidet: Die meisten Unternehmen vertrauen bei der Integration neuer POS-Terminal-Modelle auf einen erfahrenen Partner.
Im Falle einer Direktintegration ist das oft der Anbieter der jeweiligen Kassen-Software. Wenn man sich für eine POS Middleware entscheidet, stellt der jeweilige Anbieter eine sichere und stabile Integration sicher. In jedem Fall ist es aber wichtig, dass der jeweilige Partner die eigenen Anforderungen an eine stabile, sichere, wartbare und zukunftssichere POS-Terminal-Integration sicherstellen kann.
Doch was gibt es alles bei der Auswahl des richtigen Integrationspartners zu beachten? Im Rahmen einer Ausschreibung werden hier oft sogenannte RFPs (Request for Proposal) entwickelt, in denen mehrere potenzielle Partner auf die eigenen Anforderungen „abgeklopft“ werden. Doch welche Kriterien sollten Sie hier unbedingt abfragen? Mit anderen Worten: Was sollten Sie für eine fundierte Entscheidung alles wissen?
Whitepaper: Alle Kriterien für die Wahl des optimalen Integrationspartners
Wenn Sie in absehbarer Zukunft auch eine POS Middleware Ausschreibung planen oder auch mehrere Integrationspartner für eine Direktintegration zur Auswahl stehen, empfehlen wir Ihnen unser Whitepaper.
Ihre Checkliste: POS Middleware oder Direktintegration?
Sind Sie sich noch unsicher? Diese Checkliste kann Ihnen bei der richtigen Entscheidung helfen:
„Ein bis zwei Filialen, nur in einem Land aktiv, kein weiterer Wechsel der POS-Terminals in Aussicht?“
→ Direktintegration
„Mehr als zwei Filialen, Märkte, Provider oder Protokolle?“
→ POS Middleware
„Müssen regelmässig neue Payment-Terminals bzw. Acquirer integriert werden?“
→ POS Middleware
„Soll die Lösung möglichst schnell produktiv sein?“
→ POS Middleware
„Möchten Sie Anbieter möglichst unabhängig austauschbar halten?“
→ POS Middleware
„Planen Sie, langfristig bei der Auswahl von Terminal-Modellen bzw. Acquiring-Partnern flexibel zu bleiben?“
→ POS Middleware
Eine POS Middleware ist die bessere Lösung für Ihre Anforderungen? Dann könnte Sie die Terminal-Integration-Software PepperQik interessieren.
Fazit
Die Wahl zwischen einer Direktintegration und einer POS Middleware hängt stark von den individuellen Anforderungen ab. Doch wer langfristig auf Flexibilität, eine kurze Time-to-Market und eine möglichst geringe Abhängigkeit von Partnern setzt, sollte über eine Payment Middleware nachdenken. Bei der Auswahl des richtigen Partners für die POS-Integration lohnt sich auch eine sorgfältige Ausschreibung, um den richtigen Integrationspartner zu finden.
Um Ihnen eine solche Ausschreibung zu erleichtern, haben wir ein Whitepaper entwickelt, das alle wichtigen Kriterien für die richtige Entscheidung enthält – und Ihnen dabei hilft, schnell ein RFP für Ihre POS-Integration zu entwickeln.
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