Payment-Trends und Entwicklungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr: Unsere wichtigsten Erkenntnisse vom EHI Payment Kongress 2023

Der EHI Payment Kongress ist nicht nur einer der wichtigsten Treffpunkte der EFT-Branche im DACH-Raum. Er ist auch ein wichtiger Trend-Barometer, da die Teilnehmenden hier spannende Einblicke über die aktuellen Payment-Entwicklungen bekommen. Die aus unserer Sicht wichtigsten Entwicklungen und Ergebnisse aus dem Jahr 2023 haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

Inhalt des Artikels

    treibauf auf dem EHI Payment Kongress 2023

    Für treibauf war der EHI Payment Kongress 2023 wieder ein echtes Highlight: Auch in diesem Jahr waren wir nicht nur mit einem eigenen Stand vor Ort: In einem gemeinsamen Vortrag mit Dr. Marcel Stadelmann von der ZHAW konnte treibauf Geschäftsführerin Dr. Dominique Bächler das spannende Kongressprogramm auch mit der Vorstellung der «Ergebnisse der Händlerbefragung zum bargeldlosen Zahlungsverkehr in der Schweiz» bereichern.

    Mladen Mamuzic, Dominique Bächler, Nicolas Schwotzer

    Genauso spannend waren aber auch die anderen Vorträge rund um die wichtigsten Payment-Entwicklungen und Trends in Deutschland. Zunächst möchten wir Ihnen deshalb die für uns wichtigsten Erkenntnisse aus diesen Präsentationen vorstellen.

    Die Entwicklung der Umsätze im stationären Handel in Deutschland

    Im Vergleich zum Vorjahr sind die Umsätze im stationären Handel nominal leicht gestiegen (+1,1%). Diese Erhöhung ist jedoch im Zusammenhang mit Faktoren wie der Inflation und den durchgehenden Geschäftszeiten (im Vergleich zur Zeit der Corona-Pandemie) zu betrachten und um diese Faktoren zu bereinigen. Real betrachtet sind die Umsätze des stationären Handels um 4% gesunken, während der Online-Handel weiter gewachsen ist (+4%).

    Stationärer Handel in Mrd. Euro

    Die Entwicklung der Kartenzahlungen an den Umsätzen

    Auch 2022 ist der Anteil an Kartenzahlungen am POS in Deutschland von 58,8% (2021) weiter auf 59,7% (2022) gestiegen. Im Vergleich zu skandinavischen Ländern oder der Schweiz ist der Anteil zwar immer noch geringer. Nichtsdestotrotz ist der Trend zu elektronischen Zahlungen auch in Deutschland ungebrochen.

    Betrachtet man das in Deutschland beliebte Zahlungsmittel girocard, ist der Umsatz seit 2021 zwar um 12,3 Milliarden Euro gestiegen. Im direkten Vergleich mit den anderen bargeldlosen Zahlungsmitteln ist der Anteil jedoch leicht zurückgegangen (von 42,4% auf 41,9%).

    Trend 1:
    Die internationalen Debit-Karten kommen

    Einer der Gründe, warum der Anteil des Marktführers girocard im Verhältnis zu den anderen Karten leicht zurückgegangen ist, liegt in der Einführung der neuen internationalen Debit-Karten.

    Viele Banken ersetzen gerade Schritt für Schritt ihre girocards, Maestro bzw. V PAY Cards durch die neue Mastercard Debitkarte und Visa Debitkarte.

    Der Zuwachs dieser neuen Karten sorgt nicht nur dafür, dass im Kontext der bargeldlosen Zahlungen die girocard weniger genutzt wurde. Auch die EFT/POS-Anteile von Kreditkartenzahlungen sind im letzten Jahr zurückgegangen (von 9,0% im Jahr 2021 auf 8,2% im Jahr 2022).

    Anteil des kartengestützten Umsatzes am Gesamtumsatz des Einzelhandels 1994–2026*

    Die Handelsunternehmen betrachten die Einführung der Debit-Karten mit gemischten Gefühlen: Denn auch wenn die internationalen Debit-Karten den Konsument:innen einige Vorteile bringen: Die Gebühren, die für die Unternehmen pro Transaktion anfallen, können mit diesen neuen Karten 2,5 bis 3 Mal so hoch sein! Hinzu kommt, dass ältere POS-Terminal-Modelle die internationalen Debit-Karten zum Teil nicht verarbeiten können.

    Übrigens: Um immer den Überblick über die Umsatzanteile der verschiedenen Bezahlarten sowie die dabei anfallenden Gebühren zu behalten, empfehlen wir die Electronic Payment Reconciliation Analytics Software Matchbox.

    Trend 2:
    Cashback ist auf dem Vormarsch

    Ein klarer Trend ist, dass die Cashback-Funktion am POS von Konsument:innen immer mehr genutzt wird. Das bedeutet, dass sie im Rahmen des Bezahlvorgangs mit ihrer Karte auch noch direkt Geld an der Kasse abheben können.

    Unter anderem, weil es in Deutschland zunehmend weniger Bankfilialen und Bankautomaten gibt, hat sich die Cash-Back-Quote in den letzten drei Jahren weit mehr als vervierfacht: 2022 wurden 284 Milliarden Euro (12,26 % des gesamten Bargeldumsatzes) an die Kunden ausgezahlt, das sind 12,2% mehr als noch 2021!

    Obwohl die Handelsunternehmen die Banken durch diesen Service entlasten, müssen sie für jede Cashback-Transaktion zusätzlich Gebühren zahlen. 2022 zahlten die Handelsunternehmen dabei 13,7 Millionen Euro nur an Cashback-Gebühren.

    Vom Einzelhandel bezahlte Gebühren für Cash Back (in Mio. €)

    75% der Kongressteilnehmenden gingen davon aus, dass die Cashback-Funktion in Zukunft noch mehr genutzt werden wird – und damit die Summe der vom Einzelhandel für diesen Service gezahlten Gebühren.

    Übrigens: Unsere Pepper-Lösungen unterstützen bereits die Cashback-Funktion – und erleichtern Handelsunternehmen damit, den Kunden diesen Service anzubieten.

    Trend 3:
    PayPal wird im E-Commerce immer beliebter

    der Händler:innen bieten Paypal an

    Betrachtet man die Zahlungsanbieter im Online-Handel, baut PayPal seinen Vorsprung weiter aus: 2022 haben sage und schreibe 94,7 % aller Online-Händler PayPal als Zahlungsoption angeboten. Und mit 29,6 % Anteil am Gesamtumsatz ist PayPal vor dem Rechnungskauf die wichtigste Zahlungsmethode.

    Umsatzanteile im E-Commerce: Paypal jetzt deutlich vorn

    Anteile der Zahlungsarten am Umsatz des deutschen E-Commerce-Markt 2022

    Besonders interessant daran ist, dass der Umsatzanteil der Käufe auf Rechnung seit 2020 um 6,6 % gesunken ist, während der PayPal-Anteil im gleichen Zeitraum um 4,7 % gestiegen ist. Gleichzeitig nehmen aber auch andere Multichannel-Payment-Lösungen wie giropay, Apple Pay oder Google Pay im Kontext des E-Commerce weiter zu.

    Umsatzanteile Rechnung sinkt, Paypal weiterhin sehr stark

    Entwicklung Umsatzanteile 2020–2022

    Trend 4:
    Social Media- und Livestream-Payments

    Im Bereich des E-Commerce werden auch ganz neue Kanäle direkt für Transaktionen genutzt: Im Kontext von Social Media können Bezahlfunktionen direkt in Livestream-Formate integriert werden: Der „Umweg“ über einen Shop wird damit obsolet – und die Konsument:innen können das im Livestream präsentierte Produkt mit einem Tap oder Klick erwerben.

    Also noch ein neuer Kanal? Wenn Sie jetzt Ihre Mitarbeitenden in der Buchhaltung schon ächzen hören, sollten Sie Matchbox testen. Die Reconciliation-Software automatisiert den Abgleich aller EFT-Zahlungen mit den entsprechenden Zahlungseingängen der Zahlungsabwickler auf Ihren Bankkonten.

    Die Händlerbefragung zum bargeldlosen Zahlungsverkehr in der Schweiz

    Während die Datenlage in Deutschland durch die regelmässigen Studien des EHI sehr gut ist, fehlten noch vor zwei Jahren solche Daten für den Schweizer Markt komplett (!). Umso mehr haben wir uns gefreut, dass treibauf Geschäftsführerin Dr. Dominique Bächler gemeinsam mit Dr. Marcel Stadelmann von der ZHAW die Ergebnisse der «Händlerbefragung zum bargeldlosen Zahlungsverkehr in der Schweiz» aus dem Jahr 2022 auf dem diesjährigen EHI Payment Kongress vorstellen durfte.

    Geschäftsführerin Dr. Dominique Bächler gemeinsam mit Dr. Marcel Stadelmann

    Denn auch wenn die Informationstiefe der Schweizer Händlerbefragung noch nicht an die Studie des EHI in Deutschland heranreicht, brachte sie bereits viele spannende Erkenntnisse und wertvolle Einblicke in den Schweizer Markt. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie haben wir in einem eigenen Artikel für Sie zusammengefasst.

    Sie möchten die Folien der Präsentation von treibauf und der ZHAW zum Nachlesen? Wir teilen diese Inhalte gerne mit Ihnen:

    Zusammenfassung

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