EC-Terminal mit der Kasse verbinden? Das gibt’s zu beachten!

Die Technologien rund ums bargeldlose Bezahlen entwickeln sich kontinuierlich weiter: Neue Bezahlmöglichkeiten (wie z.B. Mobile Payment) setzen jedoch voraus, dass Kartenlesegeräte und Kassensoftware diese unterstützen. Wer up-to-date bleiben möchte, muss die Hardware in regelmässigen Abständen austauschen. Ob initiales Setup oder Terminal-Tausch: Was es alles zu beachten gilt, wenn man ein neues EC-Terminal an die Kasse anschliessen möchte, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

Inhalt des Artikels

    Überblick: EC-Terminal mit Kasse verbinden

    • Um alle Funktionalitäten gewährleisten zu können, müssen EC-Terminal und Kasse über ein Kommunikationsprotokoll miteinander kommunizieren.
    • Das Problem? Die unterschiedlichen EC-Terminals verwenden ganz verschiedene Kommunikationsprotokolle, die nicht immer mit den Kommunikationsprotokollen in der Kassensoftware kompatibel sind.
    • Nur wenn sie miteinander kommunizieren, können alle modernen Funktionalitäten der Kassen und EC-Terminals auch reibungslos funktionieren.
    • Es lohnt sich, die unterschiedlichen Acquirer und Payment Service Provider im Vorfeld genau zu vergleichen, da die Gebühren-Konditionen je nach Land, Umsatzvolumen und Branche variieren können.
    • Universelle Schnittstellen, die eine grosse Zahl unterschiedlicher Kommunikationsprotokolle unterstützen, erleichtern und beschleunigen die Anbindung.

    EC-Terminal, Bezahlterminal, Kartenlesegerät, EFT/POS-Terminal – was ist eigentlich korrekt?

    Wir sprechen hier von EC-Terminals, sind uns aber durchaus bewusst, dass dieser Begriff streng genommen nicht mehr ganz up-to-date ist.

    Was ist der Unterschied zwischen EC-Terminal, Bezahlterminal und EFT/POS Terminal?

    Im Kontext der Bezahlmöglichkeiten am POS stösst man immer wieder auf unterschiedliche Begriffe wie EC-Terminal, Payment Terminal, POS-Terminal, Bankomatkasse oder auch EFT/POS Terminal. Alle diese Begriffe bezeichnen aber dieselben Kartenlesegeräte, die am POS elektronische Zahlungen ermöglichen. Wie oben erwähnt, sprechen wir in diesem Artikel von EC-Terminals, weil sich dieser Begriff in den Köpfen der Menschen verankert hat.

    Was ist EC Cash?

    • Der Begriff «EC-Cash» bezeichnet das Electronic-Cash-Verfahren, ein elektronisches Debitkarten-Zahlungssystem der Deutschen Kreditwirtschaft (DK).
    • 2007 führten die deutschen Banken und Sparkassen die girocard als neuen Standard für die Zahlungssysteme in Deutschland ein. Offiziell bezeichnet man das Verfahren heute als girocard-Verfahren.
    • Gerade wird das girocard-Verfahren sogar bereits vom nächsten Kartenstandard abgelöst: Die Internationalen Debitkarten von Mastercard und Visa bieten prinzipiell den gleichen Funktionsumfang, können aber von den Konsument:innen überall auf der Welt verwendet werden.
    • Bei allen drei Begriffen (EC-Cash, Girocard-Verfahren, Internationale Debitkarten) geht es um elektronisches bargeldloses Bezahlen.
    • Da der EC-Begriff immer noch in den Köpfen vieler Menschen verankert ist, verwenden wir ihn auch in diesem Artikel – obwohl er streng genommen etwas in die Jahre gekommen ist.

    EC-Terminals an die Kasse anschliessen: Was ist die Herausforderung?

    Wer sich mit der Integration von EC-Terminals beschäftigt hat, weiss: Das EC-Kartenlesegerät an das Kassensystem anzuschliessen, so dass beide miteinander kommunizieren können, kann schnell sehr kompliziert werden.

    Grund dafür ist, dass es für die Schnittstellen zwischen den beiden Komponenten keine echten Standards gibt. Es gibt hunderte verschiedene EC-Terminals und fast ebenso viele Kassensysteme, die jedoch nie von Anfang an miteinander kompatibel sind. Der Grund liegt darin, dass es weder für die EC-Kartenlesegeräte noch für die Kassensysteme standardisierte Schnittstellen gibt.

    Es gab zwar Versuche, die Schnittstellen auf nationaler Ebene (z.B. ZVT-Schnittstelle) oder sogar internationaler Ebene (z.B. das Nexo-Protokoll) zu standardisieren. In der Realität verwenden aber unterschiedliche Hersteller unterschiedliche Interpretationen dieser Schnittstellen, was die Anbindung dann wieder sehr kompliziert und aufwändig machen kann.

    Ist die Anbindung des EC-Terminals schliesslich gelungen, wollen Handelsunternehmen oder Gastronomiebetriebe diesen Aufwand in Zukunft möglichst vermeiden. So entsteht der so genannte Lock-in-Effekt: Denn der prognostizierte Aufwand, der bei einer neuen EC-Terminal-Integration entsteht, schreckt viele Unternehmen davor ab, den Acquirer zu wechseln – selbst wenn andere Acquirer ihnen deutlich bessere Konditionen und modernere Terminals bieten könnten.

    Bevor wir über mögliche Lösungen für das oben genannte Dilemma sprechen, möchten wir uns im Folgenden zunächst die beiden Komponenten näher betrachten, die es zu verbinden gilt – das Kassensystem und das EC-Terminal.

    Welche Kassensysteme gibt es?

    Je nach Anforderung, sind heute unterschiedliche Arten an Kassensystemen im Einsatz:

    Traditionelle Kassensysteme

    Traditionelle Kassensysteme bestehen aus drei Elementen: einer physischen Registrierkasse, einem Kassierer und dem Bondrucker. Der Verkauf wird manuell erfasst und manuell ausgedruckt. Diese Kassensysteme lassen sich nicht in IT-Strukturen integrieren und werden deshalb heute häufig nur noch von sehr kleinen Unternehmen genutzt. Die Anbindung von EC-Terminals ist nicht möglich.

    Elektronische Registrierkassen

    Elektronische Registrierkassen waren die nächste Stufe in der Evolution der Kassensysteme. Sie haben meist einen Bildschirm, eine Tastatur und verfügen über Funktionen wie Barcode-Scanner oder Bondrucker. Die Einbindung in IT-Strukturen ist allerdings auch hier nicht wirklich möglich.

    PC-basierte Kassensysteme

    PC-basierte Kassensysteme verwenden einen Computer mit einer speziellen Kassensoftware, die wiederum mit Hardware wie Barcode-Scannern, Drucker oder EC-Terminal verbunden werden muss. Die Software und die nötigen Schnittstellen laufen lokal auf dem jeweiligen Computer.

    Cloud-basierte Kassensysteme

    Cloud-basierte Kassensysteme nutzen die Cloud-Technologie, um Software, Schnittstellen und Daten zu speichern und zu verwalten: Die flexibel wählbare Hardware dient nur als Interface, alle Daten laufen über einen Remote Server. Deshalb funktionieren mobile Kassensysteme wie Tablet-Kassen, die in Pop-Up-Stores, in Restaurants oder auf Messen besonders beliebt sind, oft cloud-basiert.

    Für PC-basierte Kassensysteme und Cloud-basierte Kassensysteme gilt gleichermassen, dass die Hardware immer in Kombination mit einer Kassensoftware funktioniert, deren Schnittstellen mit dem jeweiligen EC-Terminal kompatibel sein müssen. Eine Liste der aus unserer Sicht wichtigsten Kassensoftware-Lösungen finden Sie hier.

    Die Wahl des optimalen Kassensystems hängt von den individuellen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens ab. Um die beste Lösung für den eigenen Einsatzbereich zu finden, ist es wichtig, die Funktionen, Kosten und natürlich die Möglichkeiten der IT-Integration jedes Systems zu berücksichtigen.

    Was leisten moderne EC-Terminals?

    Der Funktionsumfang moderner EFT/POS- oder EC-Terminals nimmt ständig weiter zu: Einerseits müssen immer wieder neue Bezahlmöglichkeiten unterstützt werden (z.B. Mobile Payment, Gutscheine etc.). Andererseits entstehen immer wieder neue Funktionen, wie z.B. die Cashback-Funktion, die es Konsument:innen erlaubt, direkt bei ihrem Einkauf Geld abzuheben. Die wichtigsten Funktionen moderner EC-Terminals haben wir hier für Sie zusammengefasst:

    • NFC-Technologie: Moderne EC-Terminals unterstützen kontaktloses Bezahlen: Kund:innen können ihre Karte oder ihr Smartphone einfach an das Terminal halten, um zu bezahlen.
    • Mehrere Bezahlmöglichkeiten: Zeitgemässe Kartenlesegeräte unterstützen verschiedene Zahlungsmöglichkeiten wie Kreditkarten, Debitkarten, Gutscheine und Mobile Payments.
    • Schnelle Verarbeitung der Transaktionen: Aktuelle EC-Terminals verarbeiten Transaktionen schnell und zuverlässig, um Wartezeiten für Kunden zu minimieren.
    • Höchste Sicherheitsstandards: Die EC-Terminals von heute nutzen Verschlüsselungstechnologien, Chipkarten sowie die Einhaltung von PCI-DSS-Standards um die Daten von Kund:innen und Handelsunternehmen bestmöglich zu schützen.
    • Integration in andere Systeme: Heute müssen die Geräte nahtlos in andere Systeme wie Kassensysteme, Buchhaltungssoftware oder ERP-Systeme eingebunden werden, um die Prozesse digital abwickeln, verarbeiten, dokumentieren und vereinfachen zu können.
    • Mobilität: Die meisten der heutigen Terminals sind recht klein und drahtlos mit anderen Geräten verbunden, um ortsunabhängig das Bezahlen zu ermöglichen.

    Welche Arten von EC-Terminals gibt es?

    Der Markt rund um EC-Terminals ist recht gross und entwickelt sich ständig weiter. Das bedingt, dass ganz unterschiedliche Arten von EC-Terminals parallel am Markt existieren. Die wichtigsten Arten von EC-Terminals haben wir hier für Sie zusammengefasst:

    • Stationäre EC-Terminals sind in der Regel an einem Ort fest installiert, oft an der Kasse eines Geschäfts.
    • Mobile EC-Terminals sind nicht ortsgebunden und funktionieren überall. Besonders nützlich sind sie für Unternehmen, die selbst mobil sind, wie zum Beispiel Handwerker oder Lieferdienste.
    • Unattended EC-Terminals sind für Self-Service-Anwendungen konzipiert und kommen an Ticket-Automaten, an Ladesäulen oder in Vending-Machines zum Einsatz.
    • All-in-one Android Terminals vereinen alle Funktionen eines Android Geräts mit denen eines EC-Terminals. Das heisst, dass hier eine Reihe nützlicher Apps über die reine Bezahlfunktion hinaus installiert werden können.

    Was sind die wichtigsten Anbieter von EC-Terminals im DACH-Raum?

    Betrachtet man die Anbieter von EC-Terminals, ist deren Verbreitung global betrachtet sehr unterschiedlich. An dieser Stelle wollen wir uns auf die drei wichtigsten Anbieter im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) beschränken und diese etwas näher unter die Lupe nehmen. Diese Anbieter spielen aber auch global betrachtet eine wichtige Rolle.

    Ingenico

    Ingenico ist einer der führenden Anbieter von EC-Terminals in Europa und bietet eine ganze Reihe an Terminal-Lösungen für verschiedene Branchen an. Was die Gebühren betrifft, bietet das Unternehmen relativ transparente Preisstrukturen ohne versteckte Kosten. Ingenico bietet seinen Kunden höchste Sicherheitsstandards, wie PCI DSS und unterstützt auch kontaktlose Transaktionen und Tokenisierung.

    Verifone

    Verifone ist ebenfalls im DACH-Raum weit verbreitet. Was die Gebühren betrifft, bietet Verifone wettbewerbsfähige Preise, deren Zusammensetzung aber nicht immer transparent nachvollzogen werden kann. Das Unternehmen bietet kundenspezifische Preisstrukturen und Rabatte für Transaktionen in bestimmten Branchen. Die EC-Terminals von Verifone sind ebenfalls PCI DSS-zertifiziert. Zudem bietet Verifone eine kontinuierliche Überwachung inklusive eines Warnmeldungssystems.

    Worldline

    Worldline ist ein führender Anbieter von digitalen Zahlungslösungen in Europa. Die Höhe der Gebühren ist mit den anderen grossen Anbietern vergleichbar, sie variieren jedoch nach Land und Branche. Worldline legt besonderen Wert auf Transparenz und bietet detaillierte Transaktionsberichte. Der Standard PCI DSS wird auch von Worldline unterstützt, genau wie Tokenisierung und biometrische Identifikation.

    Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe weiterer EC-Terminal-Anbieter, wie z.B. Paytec oder der niederländische Anbieter CCV.

    Übrigens: Neben reinen Terminal-Herstellern wie z.B. Verifone, gibt es eine Reihe von EC-Terminal-Anbietern, die gleichzeitig als Acquirer und/oder Payment Service Provider fungieren.

    Bei der Auswahl der richtigen Partner für die Bereitstellung elektronischer Zahlungen kommt es deshalb auf eine Reihe unterschiedlicher Faktoren an: Die Gebührenstrukturen der Acquirer variieren je nach Land, Umsatzhöhe und Branche ganz individuell. Da die Transaktionsgebühren in der Summe für grössere Unternehmen nicht unerheblich sein können, lohnt sich die Zeit, die Konditionen der unterschiedlichen Anbieter für den eigenen Fall genau zu prüfen.

    Auch die Qualität der Transaktionsdaten ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, da er die Automatisierung der Buchhaltung enorm erleichtern kann.

    EC-Terminal an Kasse anschliessen: Schritt für Schritt

    Für eine schnelle, einfache und sichere Zahlungsabwicklung müssen Kassensoftware und EC-Terminal miteinander kommunizieren können. Dafür braucht es die passenden Kassenschnittstellen, die unabhängig von der jeweiligen Hardware sind.

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    Prüfen ob EC-Terminal mit Kassensoftware kompatibel ist

    Verfügt die jeweilige Kassensoftware nicht genau über das Kommunikationsprotokoll, das im EC-Terminal integriert ist, kann die Kommunikation zwischen den beiden Geräten nicht funktionieren. Sie verstehen sich bildlich gesprochen einfach nicht.

    Das Problem? Da es keinen echten Standard gibt, existieren zahlreiche unterschiedliche Kommunikationsprotokolle – und noch mehr Interpretationen dieser Protokolle.

    Denn auch wenn es mit dem ZVT-Protokoll oder dem Nexo-Protokoll Versuche einer nationalen oder sogar internationalen Standardisierung gegeben hat, kann man diese Kommunikationsprotokolle nur als Quasi-Standards bezeichnen. Denn die EC-Terminal-Anbieter verwenden unterschiedliche Interpretationen dieser Protokolle.

    Selbst wenn beide Geräte also vermeintlich dasselbe Protokoll unterstützen, kann die Anbindung also schwierig werden.

    Die universelle Schnittstelle Pepper von treibauf unterstützt alle im DACH-Raum wichtigen Kommunikationsprotokolle und erleichtert damit die Anbindung von über 100 verschiedenen POS-Terminals. Übrigens: In einer Reihe von Kassensoftware-Lösungen ist Pepper sogar bereits integriert. Damit müssen sich IT-Verantwortliche keine Gedanken mehr über die Kompatibilität zwischen EC-Terminal und Kassensoftware machen.

    Erst wenn die richtige Interpretation des jeweiligen Kommunikationsprotokolls in der Kasse implementiert ist (oder eben Pepper benutzt wird), können Sie das Terminal anbinden und somit mit Schritt 2 fortfahren.

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    Das EC-Terminal an die Stromversorgung anschliessen

    Der zweite Schritt ist selbsterklärend: Das EC-Terminal braucht Strom und muss eingeschaltet werden.

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    EC-Terminal und Kasse verbinden

    Im nächsten Schritt werden dann EC-Terminal und Kasse entweder durch ein Kabel oder über eine drahtlose Netzwerk-Verbindung (W-Lan) miteinander verbunden.

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    Die Verbindung zwischen EC-Terminal und Kasse testen

    Hat die Anbindung des EC-Terminals an die Kasse geklappt, muss die Verbindung getestet werden. Dafür führt man eine Reihe an Testtransaktionen durch, um die unterschiedlichen Funktionalitäten zu prüfen und die Kommunikation der beiden Komponenten im Unternehmensalltag sicherzustellen.

    Dabei ist es auch wichtig, alle Funktionalitäten auch mit verschiedenen Zahlungsmitteln zu testen.

    Sie haben noch weitere Fragen rund um das Anbinden von EC-Terminals an Ihre Kassensoftware? Kontaktieren Sie uns gerne für ein unverbindliches Beratungsgespräch.

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